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Vom KiLa-Nachwuchs zum Europameister: Großer Empfang für Clesio de Carvalho

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Fotos: © Dieter Brunner
Geschrieben von Martin Grundmann. Veröffentlicht in LA Aktuelles.

Passender hätte der Rahmen kaum sein können: Noch am Vormittag waren beim KSK-Nachwuchsmeeting viele Kinder im Mössinger Ernwiesenstadion im Einsatz, am frühen Nachmittag stand dann mit Clesio de Carvalho einer im Mittelpunkt, der selbst einmal genau dort angefangen hatte. Die LG Steinlach-Zollern ehrte ihren U18-Europameister für seinen bislang größten sportlichen Erfolg. Zahlreiche Vereinsmitglieder, Nachwuchsathleten, Gäste sowie Vertreter aus Sport und Kommunen waren gekommen, um dem 16-Jährigen zu gratulieren.
Sportvorstand Martin Grundmann erinnerte daran, dass de Carvalho praktisch von Anfang an im Verein dabei war. Seine ersten Schritte machte er in der Kinderleichtathletik in Hechingen. Schon damals war er für sein Alter außergewöhnlich groß, was ihm koordinativ zunächst nicht immer entgegenkam. „Wenn man dich heute sieht, ist das kaum noch vorstellbar“, stellte Grundmann mit Blick auf die inzwischen hervorragende Technik und Koordination des jungen Werfers fest.
Besonders passend: Einige der Nachwuchsathletinnen und -athleten, die an diesem Tag selbst im Ernwiesenstadion starteten, hatten noch an Ostern gemeinsam mit Clesio im Trainingslager der LG Steinlach-Zollern in Südtirol trainiert.

Mit großen Zielen zum Europameistertitel

Dass aus dem jungen KiLa-Athleten innerhalb weniger Jahre einer der besten europäischen Werfer seines Jahrgangs wurde, ist das Ergebnis von Talent, Trainingsfleiß, Konsequenz und bemerkenswerter Zielstrebigkeit.
Schon vor der U18-Europameisterschaft hatte Clesio seine Ambitionen klar formuliert. Obwohl er mit der drittbesten Vorleistung gemeldet war und noch ein gutes Stück hinter dem Jahresbesten lag, wollte er auf jeden Fall eine Medaille – und um Gold kämpfen.
Seine besondere Wettkampfstärke hatte er bereits bei den Deutschen Jugendmeisterschaften bewiesen, als er nach einem Start mit zwei ungültigen Versuchen noch mit Jahresbestweite den deutschen Meistertitel im Diskuswurf gewann.
Bei der Europameisterschaft wurde es im Kugelstoßen noch dramatischer. Zwischenzeitlich lag Clesio in Führung, vor dem letzten Versuch war er jedoch auf Rang drei zurückgefallen. Schon der vorletzte Stoß war stark, im sechsten und letzten Versuch gelang ihm dann der Sprung an die Spitze: U18-Europameister im Kugelstoßen – und das bereits in seinem ersten Jahr in dieser Altersklasse.
Damit setzte er seine rasante Entwicklung fort. Bereits im Vorjahr hatte er mit einer Weite von fast 70 Metern einen deutschen U16-Rekord im Diskuswurf aufgestellt.

Fotos: © Dieter Brunner

Viel Einsatz für den sportlichen Weg

Einen wesentlichen Anteil an Clesios Entwicklung hat sein Trainer am Olympiastützpunkt Stuttgart, Arthur Hoppe. Er wäre gerne bei der Ehrung dabei gewesen, betreute an diesem Wochenende jedoch andere Athleten bei einem Länderkampf.
Seit rund einem Jahr lebt und trainiert Clesio am Sportinternat des Olympiastützpunkts in Stuttgart. Schon zuvor fuhr er regelmäßig ein- bis zweimal pro Woche mit dem Zug nach Stuttgart, um dort zusätzlich zu trainieren. Grundmann dankte deshalb auch ausdrücklich seinen Eltern, die ihn auf diesem Weg intensiv unterstützen.
Bemerkenswert ist zudem, wie früh Clesio selbst Verantwortung übernommen hat. Noch nicht einmal 15 Jahre alt, sprach er eigenständig Unternehmen an und gewann persönliche Sponsoren, die ihn auf seinem sportlichen Weg unterstützen.
„Du wartest nicht darauf, dass andere deinen Weg für dich organisieren. Du setzt dir Ziele, überlegst, was dafür notwendig ist, und kümmerst dich selbst darum“, würdigte Grundmann seine Selbstständigkeit und Zielstrebigkeit.

Fotos: © Dieter Brunner

Glückwünsche aus Sport und Kommunen

Mössingens Bürgermeister Martin Gönner gratulierte dem Europameister auch im Namen von Hechingens Oberbürgermeister Michael Bulander. Er zeigte sich beeindruckt von Clesios Leistungsfähigkeit und Wettkampfstärke in seinem jungen Alter und war sich sicher, dass dies nicht die letzte Ehrung für ihn sein dürfte.
Dieter Schneider, Präsident des Württembergischen Leichtathletik-Verbandes, verwies auf die hervorragenden Trainingsbedingungen am Olympiastützpunkt. Bei Arthur Hoppe, den Schneider als besten Wurftrainer Deutschlands bezeichnete, sei Clesio in besten Händen – und dieser sehe bei seinem jungen Athleten noch erhebliches Entwicklungspotenzial.
Anschaulich verdeutlichte Schneider den Gästen auch, welche Distanz hinter einer Kugelstoßweite von mehr als 20 Metern steckt. Mit Blick auf die Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2031 in München äußerte er zum Abschluss die Hoffnung, Clesio dort einmal in Aktion zu sehen.
Zugleich würdigte Schneider die langjährige Nachwuchsarbeit der LG Steinlach-Zollern und dankte stellvertretend Sportvorstand Martin Grundmann für dessen Engagement bei Talentsichtung und Talentförderung sowie für die Begleitung Clesios auf seinem bisherigen Weg.

Fotos: © Dieter Brunner

Ein Banner voller Glückwünsche

Natürlich blieb es nicht bei Worten. Sowohl Dieter Schneider als auch die weiteren LGSZ-Vorstände Petra Becker, Marcus Strohmaier und Ole Ahrens überreichten Clesio verschiedene Geschenke.
Besonders gefragt waren die eigens für ihn gestalteten Autogrammkarten. Vor allem bei den vielen Kindern aus der Kinderleichtathletik fanden sie, versehen mit der Unterschrift des Europameisters, schnell reißenden Absatz.
Eine besondere Überraschung war ein grossformatiger Banner mit einem Foto Clesios nach seinem Titelgewinn und den Glückwünschen zum U18-Europameistertitel. In einem eigens freigehaltenen Bereich konnten sich die Gäste anschließend mit persönlichen Wünschen und Unterschriften verewigen.
Auch musikalisch war die Ehrung auf Clesio abgestimmt. Ein Mannschaftskamerad und Musiklehrer hatte die Stücke ausgewählt und damit offensichtlich den richtigen Ton getroffen.
Nach dem offiziellen Teil ging es in einem mit südländischen Pflanzen dekorierten Bereich ungezwungen weiter. Bei Häppchen, Snacks und Getränken blieb Zeit für Gespräche, Glückwünsche und natürlich das eine oder andere Selfie mit dem Europameister.
So wurde die Ehrung nicht nur zu einem Rückblick auf einen außergewöhnlichen sportlichen Erfolg, sondern zugleich zu einem schönen Bild dafür, was Nachwuchsarbeit im Verein bewirken kann: Am Vormittag waren die jüngsten Athletinnen und Athleten im Ernwiesenstadion unterwegs – wenige Stunden später stand mit Clesio de Carvalho einer im Mittelpunkt, der selbst einmal genau dort begonnen hatte.

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